18 Jahre nach 9/11

Unveröffentlichte Fotos von 'Ground Zero' aufgetaucht

Ein Arzt war einer der ersten am Unglücksort. Seine Fotos von Ground Zero gehen nun um die Welt.

Am Mittwoch jähren sich die Terroranschläge vom 11. September 2001 zum 18. Mal. Bei den Terroranschlägen kamen in New York und Washington fast 3.000 Menschen ums Leben.

© Dr. Emil Chynn

Die meisten der Opfer kamen beim Einsturz der Twin Towers in New York ums Leben. Am "Ground Zero", wie er seit diesem Tag genannt wird türmten sich Schutt und Asche meterweit in die Höhe. Tausende Einsatzkräfte arbeiteten am Limit um doch noch Überlebende unter den Trümmern zu finden. 18 Menschen konnten so noch aus den eingestürzten Zwillingstürmen gerettet werden. Nun wurden neue Fotos von diesen nervenaufreibenden Rettungsarbeiten veröffentlicht.

© Dr. Emil Chynn

Der Arzt Sr. Emil Chynn war gerade mit seinem Hund spazieren, als der Anschlag geschah. Nach dem Kollaps der Wolkenkratzer eilte er zur Unglücksstelle und packte mit an. "Als ich die Rauchsäulen über Downtown sah, wusste ich, ich muss helfen", so Chynn laut der britischen "Dailymail". "Als ich ankam, war ich umgeben von Rauch, Trümmern und Papierfetzen, die in der Luft herumflogen. Aber ich musste zu den Türmen vordringen. Auf der Suche fand ich andere Freiwillige und nach rund 30 Minuten fanden wir schließlich die Überreste der Twin Towers", erzählt der Mediziner.

 

"Das war das pure Mitgefühl und Einsatzbereitschaft"

Eine Woche lang arbeitete er am Ground Zero und half wo es ging. "So verstörend diese Zeit auch war und die Fotos auch sind, so zeigen sie auch das pure Mitgefühl und die Einsatzbereitschaft, die andere für Wildfremde aufbringen können. Alle blicken zurück auf die Bestürzung der Menschen anstatt darauf, wie eine Stadt zusammenkam und ihr Leben riskierte, um anderen, die sie nicht kennen, zu helfen", sagt Chynn.

© Dr. Emil Chynn

© Dr. Emil Chynn

Dabei machte er beeindruckende Fotos. Wie er erzählt, waren nicht nur professionelle Rettunsgkräfte und Feuerwehrleute vor Ort, sondern auch tausende Freiwillige, die bei den Aufräumarbeiten und der Suche nach Opfern helfen wollten. Die Bedingungen waren extrem. Noch MOnate nach den Anschlägen stieg Rauch aus den Trümmern empor, giftige Gase breiteten sich aus - der Geruch des Todes lag in der Luft.

© Dr. Emil Chynn

Mutmaßliche 9/11-Drahtzieher vor Gericht

Die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge der Attentate sind währenddessen wieder vor Gericht erschienen. Bei der Anhörung am Montag vor einem Sondergericht im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba wurden komplizierte Verfahrensfragen in dem Fall diskutiert.

© Dr. Emil Chynn

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Alle fünf Angeklagten, darunter Khalid Scheich Mohammed, der als Mastermind der Anschläge gilt, waren zu Beginn der Anhörung anwesend. Ihnen soll ab Jänner 2021 der eigentliche Prozess gemacht werden, wie Militärrichter Shane Cohen Ende August angeordnet hatte.

© Dr. Emil Chynn

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Die Vorverhandlung läuft bereits seit Jahren und geht nur schleppend voran. Am Montag wiesen die Verteidiger auf die Schwierigkeiten des Verfahrens hin - und die Unannehmlichkeiten in Guantanamo. Einer der Hauptverteidiger, James G. Connell, sagte, es sei, wie durch Wasser zu laufen. Für September sind zahlreiche neue Anhörungen angesetzt - auch am Jahrestag der Anschläge.
Scheich Mohammed soll einst ein hochrangiges Mitglied des Terrornetzwerks Al-Kaida von Osama bin Laden gewesen sein und ist seit 2003 in US-amerikanischer Gefangenschaft. Im Gefangenenlager Guantanamo Bay sitzt er seit 2006 ein. Im Fall eines Schuldspruchs droht den Angeklagten die Todesstrafe.

Problem: Aussagen durch Folter erzwungen

In Guantanamo gibt es noch 40 Häftlinge. Der frühere US-Präsident Barack Obama war mit dem Versuch gescheitert, das umstrittene Lager zu schließen. Viele der Gefangenen wurden nie verurteilt oder gar nicht erst angeklagt. Im Fall der mutmaßlichen 9/11-Drahtzieher ist das größte Problem, dass Aussagen durch Folter erzwungen wurden, die bei einem Verfahren vor Gericht nicht verwendet werden können. Scheich Mohammed wurde mindestens 183 Mal dem sogenannten Waterboarding ausgesetzt, wie aus einem 2014 veröffentlichten Bericht des US-Senats hervorgeht. Dabei wird Ertränken simuliert.
 

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