Nach Türken-Einmarsch

Assad schickt Truppen nach Nordsyrien

In den nächsten 48 Stunden sollen die Truppen nach Kobane und Manbidsch reisen.

Als Reaktion auf die türkische Offensive in Nordsyrien entsendet die syrische Armee nach Angaben der Staatsmedien Truppen in das Gebiet. Die Armee werde sich der türkischen "Aggression" entgegenstellen, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA am Sonntag. Nähere Details zu der Mobilmachung wurden zunächst nicht genannt.

Bisher waren syrische Regierungstruppen in bestimmten kurdischen Gebieten stationiert, um eine türkische Offensive zu verhindern. Ein Kurdenvertreter, der anonym bleiben wollte, berichtete derweil von "Verhandlungen" zwischen der Verwaltung der halbautonomen Kurdenregion und der syrischen Regierung.

Die Türkei hatte am Mittwoch mit ihrer Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien begonnen und treibt sie seitdem ungeachtet internationaler Kritik voran. Die Türkei will entlang der Landesgrenze auf syrischem Gebiet eine 30 Kilometer tiefe Sicherheitszone errichten und verlangt den Abzug der Kurden-Miliz aus dem Gebiet.

Kurden wollen Deal, um türkische Offensive zu stoppen

Nach Angaben eines hochrangigen kurdischen Politikers fanden auf einem russischen Militärstützpunkt Gespräche zwischen Vertretern der von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und der syrischen Regierung statt. Ahmed Suleiman, ein hochrangiges Mitglied der Kurdischen Demokratisch-Progressiven Partei Syriens erklärte gegenüber Reuters, er hoffe das die Gespräche in Latakia zu einem Deal führen könnten, um die türkische Offensive zu stoppen.

Ein Sprecher der SDF, Mustafa Bali, erklärte, seit Beginn der türkischen Invasion erwäge man alle Optionen, um "unserem Volk ethnische Säuberungen zu ersparen". Sonst wollte er keinen Kommentar abgeben.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verlangten unterdessen von der Türkei ein sofortiges Ende der Militäroffensive in Syrien. Die humanitären Folgen der Offensive seien "gravierend" und es bestehe die Gefahr, dass die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) wieder erstarke, sagte Merkel am Sonntagabend vor einem Arbeitsessen mit Macron im Elysée-Palast.

Die Offensive schaffe eine "unhaltbare humanitäre Situation", sagte auch Macron. Deutschland und Frankreich würden sich für eine "gemeinsame europäische Antwort" einsetzen. Über das Thema beraten am Montag die Außenminister der EU-Staaten. Auch beim EU-Gipfel ab Donnerstag dürfte die türkische Offensive Thema sein.

Macron kündigte "weitere Initiativen in den kommenden Stunden und Tagen" an. Nach dem Treffen mit Merkel wollte er nach Angaben aus seinem Umfeld am Sonntagabend mit dem Verteidigungsrat in Paris zusammenkommen. Daran nehmen unter anderem Premierminister Edouard Philippe, Verteidigungsministerin Florence Parly und Außenminister Jean-Yves Le Drian teil.

US-Finanzminister Steven Mnuchin erklärte am Sonntag in einem Interview des TV-Senders ABC zu möglichen Sanktionen der USA gegen die Türkei wegen der Militäroffensive in Syrien: "Das ist nicht Russland, das die Kurden angreift. Das ist ein NATO-Partner. Und noch mal: Wir haben sie gewarnt. Der Präsident hat mich ermächtigt, die gesamte türkische Wirtschaft wirksam stillzulegen, und wir können das von einem Moment auf den anderen auf seinen Befehl hin tun."


 

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