Deutschland: Geld für Migranten kein Ersatz für Entwicklungshilfe

Gerd Müller (CSU) mit Kritik

Deutschland: Geld für Migranten kein Ersatz für Entwicklungshilfe

Weltbank warnt vor Einbrüchen bei Rücküberweisungen in Coronakrise.

Berlin. Rücküberweisungen von Migranten sind für Millionen von Menschen in Entwicklungsländern extrem wichtig – aus Sicht von Deutschlands Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) aber kein Ersatz für Entwicklungshilfe.
 
Im vergangenen Jahr schickten Migranten in aller Welt laut der Weltbank 554 Milliarden Dollar (rund 505 Milliarden Euro) an ihre Familien in der Heimat, etwa dreimal so viel wie global in die Entwicklungshilfe floss. Das Geld sei für viele Familien "überlebenswichtig", sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur. "Allerdings kommen diese Mittel nur Menschen zugute, die Verwandte oder Freunde im Ausland haben. Deswegen sind sie auch kein Ersatz für eine nachhaltige Entwicklung im Land, die allen zugute kommt."
 
Die Weltbank warnte jüngst, dass Rücküberweisungen von Migranten in diesem Jahr wegen der Coronakrise weltweit um fast 20 Prozent einbrechen würden. Viele Migranten haben ihre Jobs verloren, zudem sind Geldtransfers erschwert. Für die Familien und Entwicklungsländer könnte das katastrophal sein. Rücküberweisungen in Somalia etwa machten 2019 laut des Internationalen Währungsfonds 32 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Deutschland war 2017 laut der Internationalen Organisation für Migration mit 22,1 Milliarden Dollar weltweit das fünftwichtigste Ursprungsland für Rücküberweisungen.
 
Auch Österreich rechnete Kosten für Flüchtlingsbetreuung im Inland zum Entwicklungshilfebeitrag. Deren Berücksichtigung als EZA ist laut OECD erlaubt.
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