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Unklare Machtverhältnisse

Triumph für Italiens Kurz bei Chaos-Wahl

„Italo-Kurz“Luigi Di Maio (31) ist der Gewinner der Wahl. Dem Land droht aber ein Chaos. Von ÖSTERREICH-Reporter Karl Wendl aus Rom.

Rom. Italien hat gewählt, doch Lösung brachte dieser Urnengang keine: Klarer Wahlsieger des Urnengangs wurde Luigi Di Maio (31), Studienabbrecher, Typ perfekter Schwiegersohn. Er ist der Spitzenkandidat der Fünf-Sterne-Bewegung, erhielt 32,4 Prozent und ist damit klar stärkste Einzelpartei in Italien.
 
Abwarten. Als er in der Nacht auf Montag weit nach Mitternacht im feinen römischen Kongresshotel Parco dei Principi auftaucht, hat er ein verlegenes Lächeln im Gesicht. Er wirkt geradezu schüchtern, schmal, vom Erfolg überrollt. Er selbst will zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen: „Wir müssen erst das Endergebnis abwarten“, wiegelt er in Interviews ab.
 

"Das ist eine Revolution, wir schreiben Geschichte"

Überschwänglicher ist einer seiner Mitstreiter, der Anwalt Alfonso Bonafede: „Das ist eine Revolution, wir schreiben hier gerade Geschichte“, jubelt er gegenüber ÖSTERREICH, „wir sind jetzt die tragende Säule der nächsten Legislaturperiode.“
 
Kurz-Treffen. „Giggino“, wie Di Maio genannt wird, umarmt seine Mitstreiter. Als sein Pressesprecher Augusto Rubei hört, dass Österreichs Kanzler Sebastian Kurz in Rom ist, will er sofort ein Treffen organisieren. Schließlich ist Kurz leuchtendes Vorbild für Di Maio. Zu einem Treffen kommt es dann aber doch nicht, wie Kurz bestätigt.

Aufstieg. Di Maio kommt aus einer kleinen Ortschaft bei Neapel. Eine wirkliche politische Funktion hatte er nie. Beppe Grillo, der die Fünf-Sterne-Bewegung 2009 gegründet hat, machte ihn dennoch zum Spitzenkandidaten.
 
Keine Mehrheit. Für die angestrebte Alleinregierung reicht es nicht. Vor der Wahl hat er aber stets ausgeschlossen, eine Koalition bilden zu wollen. Dennoch sagt er: „Wir haben die Verantwortung, Italien eine Regierung zu geben“ – und kündigte Gespräche mit allen Parteien an.

Karl Wendl

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